beitrag von: Marguerita
in den himmel schnellen
nachts wache ich jetzt öfter auf. allerhand gedanken gehen mir durch den kopf, allerhand gestalten tauchen mir auf, verfolgen mich in träumen. mit bloßen füßen spüre ich das kühle aluminiumblech der dachrinne, zittere, kralle meine zehen in die kante. die dunklen gestalten kriechen aus der dachlucke. vor mir der abgrund, zehn stockwerke hoch, die ich hochgehetzt bin vor diesen wabbernden schwarzen verfolgern.
ich breite meine arme aus, lasse mich fallen, „besser tot als in den armen dieser ungeheuer!“. zu meinem erstaunen falle ich nicht, schwebe. hebe ich sanft den kopf, gleite ich höher, stark nach vorne gebeugt stürze ich geradezu tiefer, „langsam!“, bremse ich mich ein.
mit dem heben des rechten armes biege ich nach links in eine seitengasse, blicke mich dort zum ersten mal um. kein mensch zu sehen, auch nicht das dach von dem ich soeben gesprungen, nein, geschwebt bin. zwanzig meter über dem boden düse ich ein paar gassen weiter. dort werfe ich den kopf hoch, schnelle himmelwärts. von dort sehe ich die schwarzen gestalten den rückzug antreten, „gerettet!“ juble ich, schwebe, stürze, kurve. „geil!“ von diesem schrei wache ich auf.
review von: peter rosei
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