beitrag von: chzureich
Mama
Ich hatte den Eindruck, nicht allein zu sein.
Bildete mir einen Engel ein, möglicherweise meine Mutter?
Oder liegt sie doch begraben
Zugedeckt von der Melancholie, die alles erfasst hat -
Seit sie gestorben ist, bin ich nie heiter.
Könnte ich nur fröhlich sein
Und sie anstecken damit!
Wäre ich nicht schwermütig
Könnte ich Leben über ihr Grab bringen.
Als Ersatz bringe ich
Ein Ewiges Licht mit
Das stelle ich ab dort.
Sie ist jetzt versorgt. Aber ich werde von nun an immer mutterseelenallein sein
Die Illusion, die mich begleitete
Ist fort.
review von: nora gomringer
Eine sehr klare „Übersetzung“ des Textes, die zu sehr poetischen Versen führt. „Könnte ich Leben über ihr Grab bringen“. Das Licht des Sterns fangen Sie ein, Sie rationalisieren es in ein Grablicht. Das ist natürlich völlig zulässig, ist aber auch eine Begrenzung. Sternenlicht verweist auf überirdische Ewigkeit, nicht wahr? Das Grablicht ist eine „ewige Kerze“, die keine „ewige“ ist. „Seit sie gestorben ist, bin ich nie heiter.“ So klar wie wahr und schnörkellos ist dieser Vers. Sie machen den Text sehr persönlich durch diese Titelwahl und bleiben im Text doch distanziert. Der Sprecher im Gedicht ist analytisch, nicht zu gefühlsbezogen. Diese Balance gelingt für mich. Danke, Ihre NG