beitrag von: Capa
Vision
aufgabe: 3 - fensterblick. dreizeiler über den blick aus dem fenster.
Am Himmel sehen sie was immer solle sein.
Ich aber seh in Wolken schlicht
Schönheit, die aus Formen und aus Licht.
review von: Lukas Meschik
Das Gedicht will absichtlich nicht modern klingen, bekennt sich zu einer unzeitgemäßen Sprache. Daran ist nichts verkehrt, nur bei der letzten Zeile klingt es sehr gespreizt. Bei „Schönheit, die aus Formen und Licht“ denkt man sich automatisch das „besteht“ oder „entsteht“ dazu, ich frage mich aber, ob es ein simples „Schönheit aus Formen und Licht“ nicht auch getan hätte. Das bleibt poetisch und lässt die Formulierung zur Geltung kommen, der ungewohnte Satzbau lenkt etwas vom Inhalt ab. Mit dem Reim aus zweiter und dritter Zeile entsteht übrigens ein schöner Rhythmus.