beitrag von: Nebro
junge hunde
aufgabe: 5 - ein gegenüber. dreizeiler über einen vertrauten menschen
durch die nacht streunend
verspielt wie junge hunde
erlebe ich uns
review von: Lukas Meschik
Hier wird die Aufgabe leicht ausgedehnt, statt eines einzelnen vertrauten Menschen darf ein Wir auftreten, das ein Ich „erlebt“. Habe da keine Bedenken. An dem Gedicht ist nichts falsch, nur eine kleine Überlegung möchte ich teilen. Indem das „erlebe ich uns“ ans Ende gesetzt wird, bezieht es sich für mich auf beide vorangestellten Zeilen. Da steht also sinngemäß: Ich erlebe uns „verspielt wie junge Hunde“ – und ich erlebe uns „durch die nacht streunend“. Angenommen, zweite und dritte Zeile würden Platz tauschen. Dann stünde da:
durch die nacht streunend
erlebe ich uns
verspielt wie junge hunde
Jetzt streunen sie durch die Nacht, und innerhalb dieses Streunens erlebt jemand „uns“ als „verspielt wie junge hunde“. Der Gedanke wird jetzt quasi behutsam in die Szene gesetzt, wie die Pflanze in einen Topf. Wir reden hier nicht von Tatsachen, sondern mehr von einer Empfindung, was eine Reihenfolge bedeutet. Wenn Sie das anders empfinden, dann ist das einwandfrei.