beitrag von: MarGru
Bauch, Nebel, schau!
aufgabe: 3 - fensterblick. dreizeiler über den blick aus dem fenster.
Mach deine flaue Magengrube zur Wellnesshöhle
Die Welt ist vor deinem Fenster zu Ende
Denk nur so weit du sehen kannst
review von: Lukas Meschik
Beim Titel frage ich mich, ob da auch eine Anspielung auf die „Nabelschau“ stecken soll, so oder so werde ich aus ihm nicht ganz schlau. Die „Wellnesshöhle“ habe ich zuerst wörtlich genommen – dass man sich gezielt möglichst bekömmliche, gesunde Nahrungsmittel zuführt und dabei einem Trend anhängt. Als Metapher lese ich darin, die „flaue Magengrube“ nicht zuzulassen, also alles, was einen irritieren oder verstören könnte, auszublenden. Das halte ich für wahrscheinlicher, dann passt es auch zum Rest. Originell ist die Interpretation der Aufgabe. Anstatt einen Blick aus dem eigenen Fenster zu beschreiben, geht es um den Blick eines anderen, dessen Welt nicht einmal bis zum eigenen Gartenzaun reicht, sondern schon „vor deinem Fenster“ zu Ende ist. Das Du wird direkt angesprochen, darin steckt eine Anklage. Die letzte Zeile wird dann sarkastisch, weil es das Gegenüber noch darin bestätigt, den eigenen Horizont nicht zu erweitern. Vielleicht gäbe es dafür ja einen einfacheren, verständlicheren Titel.