dreizeiler

beitrag von: nhimmelsbach

im inneren

aufgabe: 1 - innenschau. dreizeiler über empfindung, gefühlswelt.

wie jahresringe
scheibe um scheibe 
ergrauender schnee 

review von: Lukas Meschik

Sprachlich und klanglich gefällt mir das sehr, nur inhaltlich komme ich hier ein bisschen durcheinander. Wir befinden uns ja im Inneren, in einem Gedicht zur Gefühlswelt. Das Bild der inneren Jahresringe ergibt Sinn, wobei das ja eben Ringe sind, eher keine Scheiben. „ergrauender schnee“ klingt für sich genommen toll, nur würde ich das draußen ansiedeln. Ich bringe es nicht mit der Innenwelt zusammen. Eine Innenwelt der Außenwelt der Innenwelt, wie beim Weltkärntner Handke.
Natalie Himmelsbach
20.02.2026 12:34
vielen Dank für den Eindruck und Fragen, die Vorstellung hinter dem Text war, ein Bild dafür zu finden, wie eine Person mit zunehmendem Alter (ergrauend) nach innen wächst (innerliche Jahresringe - nach außen ist sie durch die eigene Gestalt begrenzt) und sich durch lebenslange Empfindung, Ablagerung der Geschehnisse und des Erlebens immer stärker verdichtet (Scheibe sozusagen Querschnitt des Jahresrings, Schnee das dem Menschen zufallende, in ihn Hineinrieselnde, und unter dem Eigengewicht der Scheiben und Lagen immer verdichteter, da der Innenraum der Person in der Höhe durch die Körpergröße begrenzt wird, so wie seine seitliche Ausdehnung durch den Körperumfang) - so etwa dachte ich, vermutlich zu viel hineingesteckt in die drei Zeilen (irgendwie ja ihrerseits Länge, Höhe, Breite des Gedichts). Tut mir leid, ich kann im Kommentarformular nicht scrollen, ob diese Sätze komplett und nachvollziehbar sind, mit ein bisschen Glück hoffentlich :)
Lukas Meschik
20.02.2026 18:24
Danke für die Erläuterung, das ist alles sehr klar und nachvollziehbar. Den Grundgedanken transportiert dieses Gedicht auf jeden Fall, vielleicht braucht es für die Details einfach mehr als drei Zeilen.