beitrag von: zinober
drucksache
aufgabe: 2 - lebensraum. dreizeiler über ein bewohntes zimmer.
wohngemeinschaft
mit schriftlichkeiten
schwieriges unterfangen
review von: Lukas Meschik
Schön, dass hier die Wohngemeinschaft als Lebensraum in den Blick genommen wird. Geheimnisvoll bleibt für mich die Bedeutung der „Schriftlichkeiten“. Der Titel „drucksache“ bedient sich eines sehr technischen, bürokratischen Jargons, beim Recherchieren sehe ich, dass es da um offizielle Dokumente geht. So lese ich das Gedicht als Klage über komplizierte Verstrickungen mit Abrechnungen und Verträgen. Andererseits denke ich bei diesen „schriftlichkeiten“ an mangelnde Rückzugsmöglichkeiten, wenn man in Ruhe schreiben will. Nicht nur Virginia Wolf schwärmt von diesem „Zimmer für sich allein“, sondern wir alle, die schreiben und dabei die Geräusche der Mitmenschen nicht ertragen. Vielleicht könnte man diese unterschiedlichen Deutungen ausschließen, indem man entweder den Titel oder die zweite Zeile anpasst – sofern Sie das als sinnvoll erachten. Ich neige ja zur Schreibruhe-Theorie, weil ich mich damit so gut identifizieren kann.