dreizeiler

beitrag von: Wortflechterin

Beredte Stille

aufgabe: 2 - lebensraum. dreizeiler über ein bewohntes zimmer.

Ein gemütliches Nest
Wände in Pastell schreien all das  Ungesagte hinaus
Sie packt Umzugskartons

review von: Lukas Meschik

Ein Gedicht, das stilsicher von Verletzungen und Erschütterungen berichtet. Stilsicher deshalb, weil es nicht zu konkret wird, sondern mit Andeutungen und Chiffren operiert. Kryptisch bleibt hier trotzdem nichts. Das einzige Wort, das für mich aus dem Rahmen fällt, ist „schreien“. Ich verstehe, dass hier ein starkes Verb stehen sollte, aber vielleicht ginge es subtiler. Angenommen, die Wände würden das „Ungesagte“ flüstern oder ausbrüten – jedenfalls haben sie es absorbiert und geben es auf eine Weise ab, vielleicht dröhnt es sogar, was etwas zwischen Geräusch und Gefühl ist. „Schreiende Wände“ empfinde ich als zu dick aufgetragen, bestimmt gibt es eine andere Formulierung, die auf den ersten Blick „schwächer“ wirkt, aber in Wahrheit eine noch größere Kraft hat.
Lisa Echcharif
04.03.2026 12:09
Herzlichen Dank für die ausführliche Review. Ich hatte zuerst brüllen, was mir dann auch zu gewaltig war. Mit schreien war ich auch nicht ganz zufrieden. In Anbetracht der Zeit habe ich es dann gelassen. Ja, vielleicht muss es gar nicht so laut sein, flüstern, dröhnen, vielleicht auch Auskünften ... Ich lasse sie wirken.
Besten Dank für die wunderbare Klasse. Ich habe viel gelernt aus Ihren Rückmeldungen zu meinen, aber auch zu allen (habe alle gelesen) anderen.
Herzensdank auch für die Veröffentlichung meiner "Milchschaumkronen" in der "Presse" - darüber habe ich mich sehr gefreut.
Wenn es eine Wiederholung gibt, bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei. Herzliche Grüße Lisa E.
Lukas Meschik
04.03.2026 13:25
Danke, das freut mich - und gern geschehen! Habe ebenfalls viel gelernt und würde mich über eine Fortsetzung freuen. Gutes Weiterschreiben!
Lisa Echcharif
04.03.2026 12:10
Es sollte "ausdünsten" heißen