beitrag von: heimwehbilder
tagträumerin
aufgabe: 5 - ein gegenüber. dreizeiler über einen vertrauten menschen
kämpfe mich durch deinen blick,
der die endlose weite der
magischen kargheit besummt.
review von: Lukas Meschik
Hier werden sehr viele Bilder und Türen aufgemacht, die teilweise ins Leere führen. Manchmal gefällt einem eine Formulierung, oder sie klingt gut, wenn man sie laut vor sich hersagt – was sich überhaupt bei Lyrik immer anbietet –, nur wenn man es selbstkritisch anschaut, ergibt es wenig Sinn. Unter einer „magischen kargheit“ kann ich mir einfach nichts vorstellen, da hilft mir auch ihre „endlose weite“ nicht. Skeptisch bin ich auch beim „Blick“, der etwas „besummt“. „Besummen“ ist eine tolle Wortschöpfung, weil hier das „summen“ zielgerichtet und absichtsvoll wird, „etwas besummen“ ist für mich das Highlight des Gedichts. Nur bringe ich es eben nicht zusammen mit einem Blick. Das sind lauter sehr abstrakte Begriffe, wodurch sich wenig Vertrautheit einstellt mit diesem Menschen, um den es geht. Der Verfasser oder die Verfasserin dürfte sich trauen, eine Spur konkreter zu werden. Gern wiederhole ich mein Mantra: Was können nur Sie genau so sagen? Was fängt Ihr Blick ein, was allen anderen entgeht? Das ist Ihre Superkraft, die Sie nutzen sollten.