beitrag von: alterlaa
vater
aufgabe: 5 - ein gegenüber. dreizeiler über einen vertrauten menschen
wann kommst du
gestalkt von einer frage
die nicht mehr lebt
review von: Lukas Meschik
Ich schätze die Kargheit des Gedichts, auch das Weglassen aller Satzzeichen. Die Frage in der ersten Zeile hören wir sowieso. Sprache verändert sich ständig – wir machen dabei ja kräftig mit –, und ich finde schön, wenn Anglizismen ihren Platz kriegen. Aber nicht wahllos eingestreut, sondern präzise und sinnvoll. Stalking lässt sich nicht eindeutschen, es ist die verbissene, übergriffige Verfolgung, oft eine Beziehungstat. Aufregend, dass hier eine „frage“ zum Täter wird. Dass diese Frage gar nicht mehr lebt, macht die Sache noch verzwickter. Wir reimen uns da eine Geschichte zusammen, ein Drama, das Gefühle auslöst, ohne uns emotional zu erpressen. Es kaut uns also keine Gefühle vor, sondern legt sie uns nur nahe.